Best of Sardinia – meine Highlights auf Sardinien


Zweitgrößte Insel des Mittelmeers und Italiens – mit einer Fläche von 24.090 qkm hat Sardinien nicht nur in Bezug auf ihre Größe was zu bieten. Atemberaubende Strände, malerische Bergdörfer und außergewöhnliche Naturwunder – auf einer Reise durch Sardinien gibt´s viel zu entdecken.
Meine persönlichen Highlights? Vielfältig wie die Insel selbst!
Und hier stelle ich sie euch vor:

1. Die schönste Stadt: Bosa

Wie wenn ein Kind bunte Bausteine gestapelt hätte – so ziehen sich die farbenfrohen Häuser Bosas den Hang hinauf bis zum Castello Malaspina.

 Von weitem ein wunderschöner Anblick, der Gang durch die engen Gassen ein herrliches Erlebnis.

Unglaublich, wie die Bewohner hier mir ihren Autos durch die engen Gässchen manövrieren!

Bosa liegt malerisch am Fluss Temo, den die Ponte Vecchio überspannt.

Am Südufer befinden sich die alten Gerbereien, heute ein schöner Gebäudekomplex am Flussufer mit Museum und verschiedenen Lokalen. Dahinter ist ein Parkplatz, auf dem wir problem- (und kosten-)los mit unserem Camper parken konnten.


Der Corso Vittorio Emmanuele II ist das Herz der Stadt.


Was uns an Bosa besonders gefallen hat? Zumindest im April waren hier noch nicht viele Touristen unterwegs, sondern die Stadt gehörte noch den Einheimischen. In der Bar bei einem Cappuccino sitzen und beobachten, wie der Wirt beinahe alle, die vorbeikamen, persönlich kannte und begrüßte, war einfach herrlich.


Übrigens: der berühmte Dessertwein Malvasia stammt aus Bosa. Wer ihn probieren möchte, sollte das also am besten hier vor Ort tun.

2. Das außergewöhnlichste Erlebnis: Grotta San Giovanni

Eine Grotte, die man auf einer Straße durchqueren kann? Das gibt´s tatsächlich nur auf Sardinien.
Die rund 850 Meter lange Straße durch die Grotta di San Giovanni ist weltweit die längste befahrbare natürliche Höhle. Einst wurde sie von Autos genutzt, heute ist sie Fußgänger- und Fahrradzone. Das müssen wir natürlich ausprobieren!


9 € Eintritt zahlen wir am Eingang, können bei kostenlosem WLAN einen QR-Code scannen, über den wir ganz viele tolle Informationen bekommen,

dann schwingen wir uns auf unserer Fahrräder und fahren los, hinein in die große dunkle Höhle.

Obwohl- so dunkel ist sie gar nicht, denn die Straße, die hindurchführt, ist durchgehend beleuchtet.

Und nicht nur entlang der Straße, sondern in der ganzen Höhle sind Scheinwerfer angebracht, die die außergewöhnlichen, Jahrmillionen alten Tropfstein- und Kalksteinformationen herrlich beleuchten. Mit der stimmungsvollen Begleitung schöner Hintergrundmusik rollen wir gemächlich durch das etwa 530 Millionen Jahre als Naturwunder.

Nach einem knappen Kilometer kommen wir auf der anderen Seite der Höhle zum nördlichen Ausgang. Den könnten wir nutzen, um in dem dahinterliegenden Waldgebiet Wanderungen oder Mountainbike-Touren zu unternehmen. Allerdings hätten wir dann, wenn wir später durch die Höhle wieder zurückkommen wollten, einen Tagespass für 2 € extra lösen müssen. So drehen wir einfach um und genießen die Höhle ein zweites Mal, diesmal aus anderer Perspektive.

 
 Ein einzigartiges, sehr außergewöhnliches Erlebnis!
Die Straße war tatsächlich bis 1999 mit Autos befahrbar. Sie wurde im 19. Jahrhundert gebaut, um den Transport von Mineralien aus der nahegelegenen Mine Sa Duchessa und Holz aus dem Oridda-Tal in die Stadt Domusnovas zu erleichtern. Die Bauarbeiten begannen 1866 unter Graf Pietro Beltrami. Für den Straßenbau wurden damals leider eine historische Kapelle und prähistorische zyklopische Mauern abgerissen.

Eine kleine Mineralien-Ausstellung gibt es übrigens gleich am Eingang.

3. Das beeindruckendste Naturerlebnis: Parco della Giara

Auf einem 550 Meter hohem Tafelberg liegt die Hochebene Giara die Gesturi mit ihrer atemberaubenden Landschaft und ihrem Highlight – den einzigartigen Wildpferden der Giara! 

Geschützt im Naturpark Parco della Giara leben diese etwa 600 wunderschönen Tiere, die als die letzten Wildpferde Europas bezeichnet werden, die in einem so naturnahen Kontext leben. 

Besonders im Frühjahr, wenn es hier die Pauli gibt (kleine Seen, die sich nur zeitweise anstauen, weil das Regenwasser im harten Basalt-Untergrund nicht einsickern kann), kann man sie herrlich beobachten,. Aber nicht nur die „Cavallini della Giara“, sondern eine wunderbare Landschaft könnt ihr hier entdecken. 

Wir waren bei unserem Besuch so begeistert, dass ich die Giara die Gesturi in einem ausführlichen Beitrag vorgestellt habe. Schaut doch mal hier:

https://roaddreamin.de/wildpferde-in-sardiniens-feenwald-giara-di-gesturi/

4. Der tollste Picknickplatz: Nostra Signora di Castro

Eine kleine Kirche auf einem Hügel im Landesinneren Sardiniens- wenige hundert Meter von ihr entfernt rauscht der Verkehr auf der vielbefahrenen E840 von Olbia nach Sassari, einer der Hauptstraßen der Insel, vorbei.


Doch die Kirche steht hier auf einer Insel der Ruhe. Nur wenige nehmen sich die Zeit, von der Hauptstraße abzufahren, um das alte, romanische Kirchlein zu besuchen. 

Doch es lohnt sich! Sie war fast 400 Jahre lang eine Kathedrale und besticht heute durch ihre kleine, aber markante Bauweise aus rosa Trachyt.

Und unterhalb des idyllischen Kirchhofs findet ihr die (meiner Meinung nach) schönsten Picknickplätze Sardiniens! 

Mit herrlichem Panoramablick auf die Ebene mit den Ausläufern des Lago di Coghinas. Der beste Platz für eine Pause!

5.Der beeindruckendste Lost Place: Gairo Vecchio

Die meisten Lost-Places, die man kennt, sind einzelne verlassene Gebäude. Aber ein ganzer Ort? Das ist schon sehr außergewöhnlich.

Hoch in den Bergen der Ogliastra kleben die Dörfer regelrecht an den steilen Hängen. Und sind dort an vielen Stellen den Launen der Natur schutzlos ausgeliefert. 

So auch der Ort Gairo. Immer wieder wurde er von Unwettern und Endrutschen heimgesucht. 1951 ging dann nichts mehr – die Bewohner verließen das Dorf, um etwas weiter oben am Hang in dem moderneren Ort Gairo Sant’Elena eine sichereres Leben führen zu können. 

Gairo Vecchio (also das alte Gairo) wurde zum Geisterort und verfällt seitdem zunehmend. Doch inzwischen ist er eine Touristenattraktion, denn ein Spaziergang durch die Ruinen ist schon ein außergewöhnliches, etwas morbides Erlebnis.

6. Die bunteste Treppe: Scalinata di Santa Lucia in Arzachena

Am nördlichen Ende des Corso G. Garibaldi steht etwas erhöht die Chiesa di Santa Lucia. 

Zu ihren Füßen leuchtet es schon von weitem sehr bunt! Denn zur Kirche hinauf führt die berühmteste Treppe Sardiniens, die Scalinata die Santa Lucia! Jedes Jahr gestalten andere Künstler die 74 Stufen der Treppe zu einem Gesamtkunstwerk.

Die Baustelle unterhalb der Treppe stört den Blick nur ein wenig.

Beim Hochsteigen der Stufen sehen wir, dass nicht die Treppe selbst jährlich neu bemalt wird, sondern vor jeder Stufe ein Brett angebracht ist, das für das nächste Kunstwerk ausgetauscht werden kann. Welch eine Idee!

Mein Tipp für Arzachena: kommt an einem Mittwoch hierher, denn dann findet im Corso G. Garibaldi und seinem der Scalinata gegenüberliegenden Ende, der Piazza Risorgimento, ein sehr schöner Markt statt.

7. Der beste Imbiss: Paninoteca Ginch’èbùlo street food – Costa Smeralda Belvedere

Unser absolut bester Zufallsfund der ganzen Reise! Auf dem Weg nach Golfo Aranci überrascht uns auf einem Parkplatz am Straßenrand ein Imbisswagen. 

Und weil es Mittagszeit ist und wir Hunger haben, halten wir an. Zum Glück! 

Was diese sehr nette Dame hier in ihrem kleinen Foodtruck zaubert, ist einfach toll! Mein Lieblingsgericht Oktopus ist leider schon aus, aber die Burger sind fantastisch. 

Und so stehen wir hier oben am Straßenrand neben unserem Camper und genießen – den Imbiss und die tolle Aussicht auf die Costa Smeralda!

8. Der imposanteste Felsen: Pedra Longa

Ein wenig abenteuerlich ist die Straße mit ihren 20 % Gefälle schon. In Serpentinen fahren wir von der Abzweigung von der SS125 Nahe dem Bergdorf Baunei immer weiter hinunter– den Blick stets auf das leuchtend Blaue Meer und die außergewöhnliche Felsformation des Pedra Longa gerichtet!

128 Meter hoch ragt die markante Dolomit-Kalkstein-Felsnadel, auch Aguglia oder Agugliastra genannt, aus dem Meer und sie ist seit 1993 Naturdenkmal.

Wir parken am Belvedere Pedra Longa und sind fasziniert sowohl vom Felsen, als auch vom Blick bis in den nächsten Ort Arbatax.

Sportlich könnten wir hier sein:
Um den Pedra Longa soll eines der besten Schnorchelreviere der Insel sein – heute sind (zumindest für mich) aber nicht die richtigen Temperaturen, um das auszuprobieren.
Genauso wenig wollen wir den Fernwanderweg Selvaggio Blu, der sich 50 Kilometer lang an der Steilküste der Ogliastra entlangzieht und direkt hier am Parkplatz vorbeiführt, in Angriff nehmen.

Wir sitzen da lieber auf der Terrasse der „Trattoria Pedra Longa“ und genießen den Blick entlang der Küste und auf die Kletterer, die die direkt über dem Wasser beginnende Route Marinaio di Foresta (Schwierigkeitsgrad 6a+) die Felsnadel besteigen.

So wunderschön wie der Parkplatz hier liegt, wäre es natürlich toll, hier auch die Nacht verbringen zu können. 

Aber Camping ist hier absolut verboten! Trotzdem parken hier einige französische Camper. Ob sie über Nacht bleiben, kann ich nicht sagen. Wir jedenfalls sind nur zur Mittagspause hier.

9. Das ungewöhnlichste Bergdorf: San Pantaleo

Im Hinterland der mondänen Costa Smeralda „stolperten“ wir über ein kleines Bergdorf. Eigentlich wollten wir nur auf dem Weg zur Küste durchfahren, aber der Blick in die kleinen Gassen vom Auto aus hatte mich so begeistert, dass wir uns schnell einen Parkplatz suchten, um San Pantaleo zu entdecken.

Ein absolut interessanter Ort hier im Norden Sardiniens, denn er vereint die ursprüngliche Einfachheit eines sardischen Bergdorfs mit seinen engen Gassen und kleinen Steinhäusern, eingebettet in die schroffe Landschaft der Gallura, mit dem Lebendigkeit und Energie eines Künstlerdorfs.

 Viele kreative Köpfe haben sich hier niedergelassen und so finden wir heute in den kleinen Gassen jede Menge Galerien und Kunsthandwerk, aber auch exklusive Boutiquen für die zahlungskräftigen Besucher von der etwa 15 Kilometer entfernten Costa Smeralda.

Um den Hauptplatz mit der Chiesa di San Pantaleo kann man sich bei schönem Wetter auch in gemütlichen Restaurants und Cafe´s niederlassen.

Toll soll der Markt hier am Donnerstag sein, den wir aber nicht erlebt haben. Mir hat der Bummel durch San Pantaleo jedenfalls sehr gut gefallen.

10. Der schönste Strand :

Ganz ehrlich? Ich kann wirklich nicht sagen, welches der schönste Strand Sardiniens ist. Zum einen, weil wir wirklich nur einen kleinen Bruchteil der tollen Strände der Insel gesehen haben, zum anderen, weil sie so unterschiedlich sind, dass ich mich nicht entscheiden kann.
Was gefällt mir besser?

Lange, schier endlose Sandstrände wie der Spiaggia Su Barone an der Ostküste?


Der außergewöhnliche „Reiskornstrand“ Is Arrutas im Westen?

Die wüstenartige Weite der Dünen des Spiaggia di Piscinas?

Die korallenroten Strände der Isola Rossa?

Die felsigen Strände auf der Insel Caprera des La Maddalena-Archipels, die mich an die Seychellen erinnert haben?

Ich möchte mich da wirklich nicht festlegen. Sicher bin ich mir aber, dass es für mich nicht der Strand ist, der in vielen Reisführern und Internet-Foren oft als der schönste Strand Sardiniens bezeichnet wird:

 Spiaggia La Pelosa

auf der Halbinsel Stintino im Nordwesten Sardiniens.
Er beeindruckt zweifellos mit seinem hellen Sandstrand, seinem wirklich sehr klarem Wasser und seinem malerischen Hintergrund, dem alten Verteidigungsturm Torre della Pelosa.

Aber genau deshalb ist er einer der meistbesuchten Strände der Insel und daher immer überfüllt! So sehr, dass zu seinem Schutz in der Hauptsaison der Zugang stark reglementiert ist:
• Reservierungspflicht: In der Sommersaison (Juni bis Oktober) ist der Zugang auf 1.500 Personen pro Tag limitiert. Sie müssen Ihr Ticket vorab (ca. 3,50 €) über die offizielle La Pelosa Ticket Plattform buchen.
• Mattenpflicht: Um den feinen Sand zu schützen, dürfen Handtücher nicht direkt auf den Boden gelegt werden. Es sind spezielle Bast- oder Strohmatten vorgeschrieben, die vor Ort verkauft werden.
• Weitere Regeln: Das Rauchen ist am Strand nur in ausgewiesenen Bereichen gestattet, Hunde sind verboten und das Mitnehmen von Sand ist strengstens untersagt.

 

Selbst bei unserem Besuch im April waren jede Menge Besucher da. Da gefallen mir doch etwas einsamere Strände viel besser!

So, das waren meine Highlights Sardiniens. Vielleicht haben sie euch ja zu einer Reise nach Sardinien inspiriert? Oder ihr habt eure eigenen Lieblingsspots dieser Trauminsel, die ihr teilen möchtet? Dann hinterlasst doch gerne einen Kommentar.

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