Rock Springs Adventure – Offroad durch die Sonora-Wüste

Helm aufsetzen, Motor anwerfen und ab durch die Wüste- neben den vielen Wanderungen durch die wunderschöne Natur Arizonas, wollten wir die Weite der Sonora-Wüste mal auf eine andere Weise erleben.

Und so stehen wir an einem schönen März-Vormittag in dem kleinen Nest Rock Springs gleich neben der Interstate 17 vor einem Container, dem Büro von Arizona Outdoor Fun- Adventure and Tours.

Denn wir haben eine zweistündige geführte Wüstentour mit einem Teryx-ATV gebucht, einem überdachten 4-Sitzer-Offroad-Fahrzeug

Der Südwesten der USA ist ein riesiger Offroad-Spielplatz für große Kinder. Viele Amerikaner nutzen Wochenende und Ferien, um mit ihren Quads, Jeeps und sonstigen ATVs (All-Terrain-Vehicles) abseits der Straßen puren Fahrspaß zu erleben.

Mangels Erfahrungen auf diesem Gebiet hatten wir uns dazu entschieden, die Tour lieber mit einem erfahrenen Guide  anstatt auf eigene Faust zu unternehmen. Und so werden wir nun, nach Erledigung der Anmeldeformalitäten,  von Russell in Empfang genommen.

Eines schon mal vorneweg: Russell war ein Glücksgriff – gut drauf, lustig, aber super kompetent! Bei ihm waren wir in guten Händen und konnte das Abenteuer wagen!

Wir sind an diesem Tag eine Gruppe von 13 Personen. Neben Martin und mir noch zwei Familien, die jeweils in einem Teryx fahren,  und einer drei-Mann-Kumpeltruppe mittleren Alters, die einzeln auf Quads fahren wollten.

Bevor es los gehen kann, müssen wir natürlich eingekleidet werden: Sturmhaube (wie wichtig die ist, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht), Helm und Brille.

Als jeder in (oder auf) seinem Fahrzeug sitzt, gibt’s die technische Einweisung von Russell und dann geht’s los auf eine erste kleine Proberunde, Russell auf einem Quad voraus, der Rest, einer nach dem anderen, hinterher.

Gleich außerhalb des Parkplatzes von Arizona Outdoor Fun beginnt die Sonora-Wüste, die sich ja über Nordmexiko, den südöstlichen Teil Kaliforniens und den südwestlichen Teil Arizonas erstreckt.

Und das Gebiet um Rock Springs ist BLM-Land, das heißt, dass es als öffentlicher Grund vom Bureau of Land Management, verwaltet wird, das dem amerikanischen Innenministerium unterstellt ist.

BLM-Gebiet bietet innerhalb seiner Vorschriften viele Freiheiten. So darf man bis zu 14 Tagen frei campen und, soweit nicht ausdrücklich verboten, die vorhandenen Wege und Trails auch mit Offroad-Fahrzeugen nutzen.

Der Weg führt über Stock und Stein, rauf und runter, erst mal etwas langsamer, um sich an die ungewohnte Fahrweise zu gewöhnen.

Nach etwa 10 Minuten sind wir erst mal zurück am Ausgangspunkt, dem Parkplatz von Arizona Outdoor Fun.  Zeit für eine kleine Änderung: die drei Freunde hatten die körperliche Anstrengung des Offroad-Quad-Fahrens doch etwas unterschätzt und entschließen sich, lieber zusammen in einem Teryx zu fahren.

In unserem Fahrzeug (weil es das einzige ist, in dem die Rücksitzbank nicht besetzt ist) wird noch vorsichthalber Ersatzreifen und Werkzeug verstaut- dann geht’s los!

Raus aus dem Parkplatz in die Wildnis, diesmal schon ein bisschen schneller als in der „Einführungsrunde“.

Und die Strecke wird durchaus anspruchsvoller, steil nach oben und wieder runter. Immer wieder müssen wir Steinbrocken ausweichen oder sogar drüberfahren. Wir werden durchgerüttelt wie in der Achterbahn!

Zum Glück habe ich einen leidenschaftlichen Auto- und Motorradfahrer an meiner Seite, der hier in seinem Element ist.

Spaß am Fahren und ein bisschen Erfahrung und Geschick sollte man schon haben, sonst ist die Tour eher Stress als Vergnügen.

Russell fährt mit seinem Quad voraus und zeigt den besten Weg über die holprige Strecke.

Und zumindest jetzt im Frühjahr muss zwischendurch auch mal der ein oder andere Bach durchquert werden.

Natürlich ist der „Ritt“ auf den nicht asphaltierten Wegen eine sehr staubige Angelegenheit, aber schöne Ausblicke auf die herrliche Landschaft können wir trotzdem genießen.

Russell macht auch immer wieder mal einen kurzen Stopp, um uns auf Außergewöhnliches hinzuweisen, wie z.B. der von einem Blitz gespaltene Saguaro.

 

Nach etwa einer Stunde halten wir auf einer Anhöhe mit wunderschönem Weitblick an. Trink- und Erholungspause! Russell verteilt Getränke und erzählt uns auf seine eigene unterhaltsame Weise einiges über die Sonora-Wüste, während wir uns ein bisschen ausruhen.

Wir lernen, dass eine Wüste sich dadurch auszeichnet, dass weniger als 5 % ihrer Oberfläche von Vegetation bedeckt sind, die Sonora –Wüste aber trotzdem eine sehr große Artenvielfalt beheimatet, sowohl Tiere als auch Pflanzen.

Er zeigt uns, wie sich die verschiedenen Kakteen-Arten (besonders Saguaro, Cholla, Feigenkaktus) unterscheiden und dann kommt noch das Survival-Training: Wie kann mich ein Kaktus in der Not vor dem Verdursten bewahren? Wie komme ich an das saftige Kaktusfleisch ran, ohne mich an den tausenden kleiner Nadeln fürchterlich zu stechen?

Russel demonstriert es uns und ja, ich verrate es Euch (falls Ihr mal in eine solche Notlage kommt): Die Stacheln abbrennen, dann lässt sich der Kaktus einfach aufschneiden.

Jeder darf ein Stückchen Chollafleisch probieren – erinnert vom Geschmack ein bisschen an bittere Salatgurke.

Dann aber wieder Helme auf und weiter …

Zwischendurch kommen wir an einer Abzweigung zu einer Shooting Range vorbei.

Ja, das ist typisch für die USA: man kann eine solche Offroad-Wüstentour auch in Verbindung mit Schießtraining buchen (für uns etwas befremdend, aber sehr beliebt als Teambuilding-Maßnahme)

Allerdings gibt es auch ganz klare Vorschriften, wo die Schießübungen enden müssen!

Ordentlich durchgerüttelt und von einer durchgehenden Staubschicht überzogen, aber völlig begeistert, kommen wir nach etwa 2 Stunden wieder in Rock Springs an.

Und werden erst mal „abgeblasen“.

Noch immer ein bisschen staubig, aber glücklich, ist unser Fazit des Tages ganz klar:  diese Tour war mal eine andere Art war, die Wüste zu erleben, aber eine absolut lohnenswerte!

Riesenspaß hat es gemacht, als motorisierte Cowboys durch die Wüste zu düsen. Und informativ war es noch dazu!

Der Tourenanbieter

Arizona Outdoor Fun bietet sowohl geführte Touren an, als auch die Vermietung von Offroad- Fahrzeugen an, wenn man auf eigene Faust losziehen möchte. Das gesamte Angebot findet Ihr unter

https://arizonaoutdoorfun.com/

Arizona Outdoor Fun ist ein cooler, junger Betrieb mit sehr netten Mitarbeitern. Die Organisation der Tour war perfekt. Absolut empfehlenswert!

 

Die Buchung

Wir hatten die Buchung der Tour über „viator.com“ vorgenommen. Viator kann ich nur empfehlen. Die Buchungen über die deutschsprachige Seite sind völlig unkompliziert und können bis 24 Stunden vor der Tour kostenlos storniert werden. Das klappt auch absolut problemlos. Wir mussten nämlich leider den ursprünglich gebuchten Termin kippen, weil wir unsere Reiseroute aus wettertechnischen Gründen ändern mussten.  Der vorab bereits per PayPal gezahlte Preis wurde umgehend zurückerstattet. Unsere Tour habe ich dann nur wenige Tage im Voraus neu gebucht.

https://www.viator.com/de-DE/

 

Rock Springs

Außer  Arizona Outdoor Fun  gibt es in Rock Springs noch das rustikale Rock Springs Cafe .

Es rühmt sich, das älteste Cafe Arizonas zu sein und ist besonders für seine Pies berühmt. So bietet es sich natürlich zur Stärkung vor oder auch nach dem Outdoor-Abenteuer an.

https://rocksprings.cafe/

Übernachten

Übernachtet haben wir nur etwa einen Kilometer entfernt auf dem Black Canyon Campground, einem privaten Campingplatz, der von einem etwas skurrilen, sehr gesprächigen Herrn geführt wird.

Er war aber sehr nett und erlaubte uns (da der Campingplatz voll war und wir nicht reserviert hatten), uns auf einen Platz neben einer nicht vermieteten Hütte zu stellen.

Die sanitären Anlagen waren recht einfach, aber für eine Übernachtung ok.

Die (freilaufenden) Maskottchen des Campingplatzes mussten allerdings manchmal in ihre Schranken gewiesen werden, interessierten sie sich doch sehr für den Inhalt unseres Kühlschranks.

https://blackcanyoncampground.com/

Anfahrt

Rock Springs besteht nur aus wenigen Gebäuden und liegt direkt an der Interstate 17 (Flagstaff nach Phoenix) ca. 45 Meilen nördlich von Phoenix, Ausfahrt 242 (Black Canyon City/Rock Springs)

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