Lieblingsort Joshua Tree National Park

Habt ihr auch so  einen Fleck auf der Welt, an den es euch immer wieder hinzieht? Der euch so fasziniert, dass ihr ihn immer wieder besuchen müsst?  Für mich ist das der „ Joshua Tree National Park“.

Obwohl ich mit Leidenschaft Neues erkunde, muss ich doch auf jeder Reise durch den Südwesten der USA mindestens eine Nacht in diesem Wunderland verbringen.

Warum? So ganz genau kann ich es nicht erklären, aber es ist wohl diese Harmonie  aus hellgrauen Felsen, grünen  Palmen und blauem Himmel, die mich seit meinem ersten Besuch absolut begeistert.

Als im 19. Jahrhundert Mormonen in Amerika nach Westen zogen, um eine neue Heimat zu finden, stießen  sie in der Mojave-Wüste auf eine Barriere aus riesigen Steinbrocken. Wie sollten Sie weiterkommen? Wie sollten sie den Weg  durch diese Steinwüste finden? Doch da!- Zwischen diesen Felsen standen sie – Pflanzen, deren Äste sich so weit in den Himmel streckten wie die Arme des zu Gott flehenden Propheten Josua, der das Volk der Israeliten einst in ihr gelobtes Land führte. Sie waren  für diese gläubigen Siedler das Zeichen Gottes!! Und so wurden diese Palmen, die zur Familie der Agaven gehören und mit lateinischem Namen „Yucca brevifolia“ heißen, zu Josuas Bäumen, also Joshua Trees!

Es gibt sie nicht nur in der Mojave Wüste, sondern auch in der benachbarten Sonora Wüste in Arizona, aber hier, in diesem Teil Kaliforniens kommen sie in einer Dichte vor, wie nirgends sonst.

Joshua Tree wurde 1936 zum National Monument  und 1994 zum Nationalpark erklärt. Mit einem Gebiet von mehr als 3000 Quadratkilometern ist er größer als z.B. das Saarland oder Luxemburg.

Jährlich kommen hierher mehr als 2 Millionen Besucher.

Der Park hat insgesamt fünf Eingänge:

Auf der durch den Park führenden Hauptroute im Nordwesten bei Joshua Tree die „West Entrance Station“ mit dem „Joshua Tree Visitor Center“, im Nordosten bei Twentynine Palms die „North Entrance Station“ mit dem Oasis Visitor Center sowie im Süden den „Cottonwood Visitor Center“.

Zusätzlich gibt es in den Park noch zwei kleine Stichstraßen im Norden zum Gebiet des Black Rock (mit Campground und Nature Center) und zum Indian Cove (ebenfalls mit Campingplatz)

Wenn man von Norden in den Park einfährt (West- oder North Entrance) kann man sich in den Orten unmittelbar davor noch mit allem, was man so braucht, eindecken, denn sowohl Joshua Tree, Twentynine Palms, besonders aber Yucca Valley haben eine sehr gute Infrastruktur zu bieten.

Im Park selbst gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten.

Die Einfahrt im Süden ist einsamer, vom Cottonwood Visitor Center sind es 33 Meilen bis in den nächsten Ort Indio im Coachella Valley.

Der nord-westliche  Teil des Parks gehört geographisch zur Mojave-Wüste, mit einer Höhe von 900 bis zu etwa 1500 Metern auch High Desert genannt, der südliche zur Colorado-Wüste, dem Low Desert auf etwa 400 – 900 Metern Höhe.

Vom Cottonwood Visitor Center führt die Straße Richtung Norden durch den Park 27 Meilen durch die weite und karge Colorado-Wüste, bis sie zwischen Cholla Cactus Garden und White Tank Campground in die Mojave-Wüste übergeht.

Dementsprechend vielfältig ist die Natur.

Der tiefer gelegene, südliche,  Abschnitt ist eine karge Wüstenlandschaft mit Kakteen wie Ocotillos und Cholla-Kakteen.

Besonders schön zu sehen sind diese auf dem kleinen  Rundgang  durch den „Cholla Cactus Garden“an der Pinto Basin Road.

Der nördliche Abschnitt, das High Desert, ist die Felsenlandschaft, mit der man eigentlich den „Joshua Tree National Park“ verbindet – das „Wonderland of Rocks“!

Die Straße durch den Park vom West  Entrance zum North Entrance (Park Boulevard) führt durch dieses Felslabyrinth und schon vom Auto aus bieten sich  wunderschöne Blicke auf diese außergewöhnliche Landschaft.

Hinter jeder Kurve warten neue Eindrücke und Wow-Erlebnisse. Viele Parkplätze und Picknick-Areas  an der Straße bieten sich zum Anhalten und Staunen an.

Diese teilweise sehr bizarren  Monzogranit-Formationen entstanden, nachdem Magma vor Millionen von Jahren  unter der Erdoberfläche abkühlte und erstarrte und dann, im Laufe der Zeit, durch Erosion an die Erdoberfläche gelangten und freigelegt wurde.

Durch dieses Felslabyrinth zu laufen und zu klettern ist ein wunderbares Erlebnis. Der Park bietet viele Wanderwege völlig unterschiedlicher Längen  und Schwierigkeitsgrade.

Eine Auflistung findet Ihr unter:

https://www.nps.gov/jotr/planyourvisit/hiking.htm

Hidden Valley Trail

Landschaftlich eine der Schönsten, weil sie mitten durch das „Wonderland of Rocks“ führt, ist wahrscheinlich die kleine Wanderung durch das „Hidden Valley“.

Nur 1,6 km lang, bietet sie sich auch an, wenn man wenig Zeit im Park eingeplant hat. Der nicht sehr anstrengende  Spaziergang führt durch das kleine verborgene Tal, in dem früher Viehdiebe die gestohlenen Herden versteckt haben sollen.

Auch wenn sich die Runde mit 1,6 km kurz anhört, sollte man für sie doch einige Zeit einplanen, denn der Rundgang bietet so viele verschiedene Ausblicke und Eindrücke, dass man viele Stopps zum umschauen, genießen und fotografieren einlegt.

Start ist an der  Hidden Valley Picnic Area. Diese liegt, vom West Entrance kommend, rechts von der Straße. Nicht verwechseln mit dem Hidden Valley Campground, zu dem man links von der Straße abbiegt.

Am Startpunkt des Rundwegs gibt es Picknick-Tische und Toiletten (natürlich, wie im ganzen Park, Plumpsklos)

 

Sehr beliebt, weil auch direkt an der Hauptstraße, ist der

Skull Rock Trail

Der bizarre Skull Rock (Totenkopf-Fels) ist wahrscheinlich der am häufigsten fotografierte Stein des ganzen Parks. Weil er direkt an der Hauptstraße steht, ist hier immer was los. Viele halten hier nur kurz an, um ein Foto zu schießen. Aber die kleine Wanderung, die am Skull Rock vorbei rechts und links der Straße führt,  lohnt sich auf jeden Fall.

Sie startet am Parkplatz beim Jumbo Rocks Campground und ist 2,7 km lang. Anders als im „Hidden Valley“ führt dieser Weg durch die offene Landschaft und bietet auch herrliche Fernblicke.

Arch Rock Trail

Ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv, aber nicht so bekannt wie der Skull Rock,  ist der Arch Rock.

Ein kurzer Trail führt vom White Tank Campground zu diesem Steinbogen, der sich besonders im Abendlicht von seiner besten Seite zeigt.

Der ganze Bereich um den Arch Rock  bietet sich mit außergewöhnlichen Felsformationen zum Kraxeln und Entdecken an.

Und besonders die Ausblicke sind wunderschön!

Das ist nur eine ganz kleine Auswahl an Wandermöglichkeiten. Auch für uns gibt’s hier im Park noch viele Trails zu erkunden!

Übrigens, und das ist wahrscheinlich keine Überraschung, ist der Joshua Tree National Park auch ein Eldorado für Kletterer und Boulderer.

Eine Seitenstraße sollte man aber bei seinem Besuch im Park nicht links (oder rechts) liegen lassen: die Stichstraße zum „Keys View“ Knapp 8 Meilen fährt man vom Hidden beinahe durch einen Wald von Joshua Trees bergauf, bis die Straße zu Ende ist und man nur noch ein paar Meter zu Fuß zum schönsten Aussichtspunkt des ganzen Parks hat ( übrigens auch barrierefrei!).

Steht man hier oben auf etwa 1.500 Meter Höhe, hat man im Süden den Blick über das Coachella Valley zum Salton Sea, an klaren Tagen sogar bis Mexiko. Nach Westen liegen die majestätischen, meist schneebedeckten San Bernadino-Mountains.

Wunderschön ist hier oben der Sonnenaufgang!

Der südliche Teil des Parks (südlich des White Tank Campgrounds bis zum Cottonwood Visitor Center) liegt ein wenig abgelegener und hat deshalb weniger Besucher  als das charakteristische „Wonderland of Rocks“

Aber besonders im Frühjahr, nach einem niederschlagsreichen Winter, liegt hier, am Südeingang des Parks ein wahres Paradies – wenn die Blumen in der Wüste blühen.

Das Gebiet des Joshua Tree National Parks wurde zum Dark Sky-Gebiet ausgewiesen. Durch seine Abgeschiedenheit und der großen Entfernung zum nächsten größeren Ort kann man hier an klaren Nächten Unmengen von Sternen beobachten.

Eine Übernachtung hier im Park sollte also schon sein. Allerdings gibt es keinerlei Hotels oder Lodges im Park (in den Orten vor den Einfahrten aber natürlich), lediglich auf Campingplätzen darf man die Nacht verbringen.

Deshalb sind Plätze auf den Campgrounds  besonders in der  Wintersaison von Oktober bis Mai  sehr beliebt und  begehrt.

Camping:

Insgesamt gibt es im Park neun Campingplätze. Die meisten haben eine sehr einfache Ausstattung, ohne Wasser, lediglich mit Plumpsklos.

Nur die Plätze „Black Rock“ und „Cottonwood“ haben Wassertoiletten und Waschbecken (keine Duschen!)

Grills und Feuerstellen haben aber alle Plätze.

Reservierungen kann man auf fünf Plätzen vornehmen: „Black Rock“, Cottonwood“, „Indian Cove“ , Jumbo Rocks“ und dem Gruppencampingplatz „Sheep Pass“, auf dem aber nur Zelte, keine Wohnmobile erlaubt sind.

Auf allen anderen Platzen gilt „first come- first serve“.

Leider kann es oft, besonders im Frühling, passieren, dass man bereits bei der Einfahrt des Parks auf das Schild „All Campgrounds full“ trifft.

Allerdings kann man trotzdem Glück haben, wenn man am Vormittag einen der „first come-first serve“-Plätze anfährt und einen Platz von einem gerade Abreisenden erwischt.

Weitere Infos (auch Reservierungen)  unter: https://www.nps.gov/jotr/planyourvisit/campgrounds.htm

Sollte man keinen Übernachtungsplatz im Park finden, gibt es auch einige private Campingplätze in der Nähe der Einfahrten in den Ortschaften Joshua Tree, Twentynine Palms und Yucca Valley (oder, wenn auch etwas weiter weg, im Coachella Valley)

Dispersed Camping, also freies Campen, ist auf verschiedenen öffentlichen Gebieten nördlich und südlich des Parks erlaubt.

Siehe dazu: https://www.nps.gov/jotr/planyourvisit/camping-outside-of-the-park.htm

Für mich waren die Übernachtungen auf einem der Campgrounds hier, zwischen den Felsen und Joshua Trees,  die stimmungsvollsten im ganzen Südwesten.

Ob auf dem White Tank Campground

dem Ryan Campground

oder dem Black Rock Campground

Infos:

Joshua Tree National Park 74485 National Park Drive
Twentynine Palms, CA 92277-3597

Der Park und die Visitor Center sind das ganze Jahr über geöffnet.

Wichtig: kein Handynetz im ganzen Park!

Anfahrt: 

Über die I 10 (Los Angeles-Phoenix):

Ausfahrt 117 auf Highway 62 Richtung Yucca Valley, Joshua Tree, Twentynine Palms zu den Einfahrten Black Rock, West Entrance, Indian Cove und North Entrance.

Ausfahrt 168 zum Südeingang am Cottonwood Visitor Center

Eintrittspreise:

30 USD PKW mit Passagieren

25 USD Motorrad

15 USD Fußgänger oder Fahrradfahrer

55 USD Joshua Tree Jahrespass

80 USD America the Beautiful Annual Pass (Eintritt in alle Nationalparks, National Monuments und Federal Recreation Areas)

Wetter:

Der Joshua Tree Nationalparks bietet heiße Sommer (bis zum 40 Grad Celsius) und kühle Winter (mit Nachtfrost und Schneefall in höheren Gebieten). Die schönste Reisezeit ist daher Frühling und Herbst mit meist sonnigen Tagen, wenig Niederschlag und angenehmen Temperaturen zwischen 15 und 28 Grad Celsius.

Alle Informationen auch auf Deutsch unter:

https://www.nps.gov/jotr/planyourvisit/german.htm

Sideway:

Wenn Ihr an einem Samstag oder Sonntag im Gebiet des Joshua Tree National Park unterwegs seid, besucht in Yucca Valley doch einmal den ungewöhnlichen  Flohmarkt „Sky Village Swap Meet“.

Auf dem Gelände eines ehemaligen Autokinos findet man hier an Wochenenden alles, was das Herz begehrt. Das selbsterwählte Motto ist „Junk to Gems“, also „von Gerümpel bis Juwelen“

Sowohl die angebotenen Waren als auch die Verkäufer selbst sind sehenswert.

In kleinen  Häuschen, auf mobilen  Stände oder einfach aus Autos heraus werden Kleidung, Bücher, Schallplatten und vielerlei Kuriositäten angeboten.

Auch wenn man nichts kaufen möchte – durchschlendern und anschauen ist schon sehr unterhaltsam.

Das Herz dieses Flohmarkts ist aber Bob Carrs Crystal Cave – eine künstliche „Höhle“ bunt dekoriert mit Kristallen und allerlei anderen Preziosen. Es soll, so der Künstler selbst, ein Ort der Liebe und Meditation sein. 14 Jahre hat er an diesem Kunstwerk gearbeitet!

 

http://www.skyvillageswapmeet.com/

samstags von 6.00 – 14.00 Uhr, sonntags von 7.00 – 14.00 Uhr

7028 Theatre Rd.
Yucca Valley, CA 92284

Oder besucht, nur wenige Meilen von Yucca Valley entfernt, Pioneertown (siehe: 5 außergewöhnliche Orte in der Mojave-Wüste)

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One thought on “Lieblingsort Joshua Tree National Park

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