Beschauliches Künstlerdorf im Herzen Istriens –Grožnjan

Abseits der großen Touristenmassen der Adriaküste verbirgt sich hoch oben auf einem Hügel mitten in Istrien ein wunderschöner Ort, den es zu entdecken lohnt –Grožnjan!

Vor etwa 60 Jahren war das allerdings ganz anders. Da war Grožnjan eine verlassene und halbverfallene Geisterstadt.

Der überwiegende Teil der ursprünglichen Bevölkerung des Ortes war italienischstämmig. Nicht untypisch für diesen Teil Istriens (was wir ja heute noch an den zweisprachigen Ortsschildern erkennen), denn der Ort gehörte seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1102 bis ins 18. Jahrhundert zu den Patriarchen von Aquileia bzw. der Venezianischen Republik, also dem heutigen Italien.  Allerdings war nach dem zweiten Weltkrieg die politische Lage hier sehr unsicher und deshalb zogen die meisten Bewohner aus „Grisignana“ fort.

Grožnjan begann, langsam zu verfallen. Bis die Hippies kamen! Künstler, allen voran Aleksandar Rukavina, zogen ab den 1960er Jahren hierher, durften unentgeltlich in den teilweise sehr heruntergekommenen Häusern leben und bauten nach und nach den Ort wieder auf. Und sie sind bis heute geblieben!

Grisignana

Heute ist übrigens der Anteil der ethnischen Italiener knapp 40 % und „Grisignana“ ist die einzige Gemeinde Kroatiens mit einer italienischsprachigen Mehrheit!

Und inzwischen zieht der Künstlerort Grožnjan viele Besucher an.  Aber er ist trotzdem immer noch eher ein Geheimtipp.

Während die Orte an der Küste Istriens von Touristen überschwemmt werden, hält sich der Ansturm hier im Hinterland noch in Grenzen.  Zumindest an diesem Frühsommertag, an dem wir Grožnjan besuchen.

Vielleicht liegt das aber an der doch ein wenig abenteuerlichen Anfahrt zum Ort. Nur auf einer schmalen, kurvigen Straße erreichen wir das Städtchen, das wie ein Adlerhorst auf den Berg gebaut wurde.

 

Auf Entdeckungstour

Wir parken unseren Beni auf dem großen Parkplatz am Friedhof (Parkgebühr 8 Kuna pro Stunde) und laufen ein paar Schritte bergab bis zur Stadtmauer, die Grožnjan bis heute fast vollständig umgibt.

Hier finden wir auch einen Plan, der uns ein wenig bei der Orientierung hilft. Obwohl er nicht unbedingt nötig ist, denn sehr groß ist das Städtchen nicht (gerade mal etwa 160 Einwohner)

Gleich um die Ecke öffnet sich eine große Aussichtsterrasse mit herrlichem Blick über das grüne Herz Istriens.

Und hier stolpern wir schon über die erste Kunst: eine Freiluftausstellung von Schiffen aus Metallschrott! Sehr interessant und kreativ!

Gleich daneben ist das alte Kastell, das auf den ersten Blick nicht gleich als Burg zu erkennen ist

und die Kirche „Sv. Vida, Modesta i Kresencije“, die aber leider geschlossen ist. Schade, denn sie soll ein wunderschönes Altarbild beherbergen.

Wir tauchen jetzt ein in das Labyrinth der alten Gassen.

 

Und das ist ein Abenteuer!

 

 

Hinter jeder Ecke finden wir ein anderes pittoreskes Haus:

 

 

 

Und Historisches wie die Loggia

 

das Alte Stadttor

 

die alte Schmiede

das Korner-Haus

Hier und da findet sich noch was Verfallenes, aber der größte Teil ist inzwischen renoviert

In fast jedem zweiten Haus finden wir eine Galerie

ein Kunsthandwerkgeschäft

oder einen Feinkostladen

Auf den glattgelaufenen Steinen der Gassen erkunden wir beinahe jeden Winkel des Ortes und sind fasziniert!

Jedes Detail ist es wert, entdeckt zu werden. Sogar die Straßenschilder sind Kunst!

Ganz schön anstrengend! Deshalb muss jetzt mal eine Erholungspause sein:

Auf der herrlichen Terrasse der „Caffe Bar VERO“ finden wir ein lauschiges Plätzchen und genießen einen Cappuccino mit wunderschöner Aussicht! Und eine leckere Pizza!

Danach geht es an der Friedhofskirche Sv. Nikole und der hübschen kleinen Kapelica Sv. Duha vorbei langsam wieder zurück zu Beni!

Auch wenn es heute recht heiß ist und unsere Besichtigung deshalb ein wenig kürzer als geplant ausgefallen ist, sind wir doch glücklich, dieses malerische Örtchen hoch in den grünen Hügeln Istriens entdeckt zu haben!

Kommt doch bei Gelegenheit auch mal hierher!

Vielleicht, wenn hier endlich mal wieder das berühmte Jazz-Festival stattfinden kann und Musik den ganzen Ort erfüllt?

Infos:

Anfahrt:

Von der A9, der Schnellstraße von Slowenien nach Pula die Abfahrt nach Buje nehmen und von dort den Schildern nach Grožnjan folgen (12 Kilometer ab der Abfahrt)

 

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