Traumstraße zu atemberaubenden Ausblicken – der Stoderzinken in der Steiermark

Etwa 10 Kilometer lang windet sich die höchste Alpenstraße Österreichs nach oben auf den Berg – traumhafte Ausblicke inklusive!

Aber Achtung: Wohnmobilfahrer können hier eine böse Überraschung erleben! Wenn Ihr neugierig geworden seid, dann kommt doch jetzt mal mit mir auf den

Stoderzinken

Der Stoderzinken ist ein 2.048 Meter hoher Berg im östlichen Dachsteinmassiv im Herzen Österreichs –  der Steiermark.

Und seit 1962 gibt es dort hinauf die Panoramastraße Stoderzinken, die wir heute, an einem wunderschönen Spätsommertag, in Angriff nehmen.

Anfahrt

Über die Ennsthal Straße B 320 fahren wir in den kleinen Ort Gröbming. Dort ist die Anfahrt zur Panoramastraße schon gut ausgeschildert.

Knapp 4 Kilometer weiter erreichen wir die Einfahrt der Panoramastraße.

Weil es ja eine Mautstraße ist, müssen wir ein Ticket an der Schranke ziehen, dann dürfen wir passieren.

Übrigens: Die Straße führt den Berg hinauf und den gleichen Weg wieder hinunter, ist also keine Rundstrecke.

Zahlen müssen wir erst bei der Ausfahrt. Das kann durchaus ein wenig tückisch sein, wenn man sich zuvor nicht informiert. Doch dazu komme ich später…

Jetzt geht’s für uns erst mal los ins Abenteuer:

Kehre für Kehre windet sich die Straße nach oben. Insgesamt 1150 Höhenmeter überwinden wir auf den etwa 12 Kilometern. Die ersten paar Kilometer verlaufen noch durch den Wald.

Dann aber beginnt der traumhafte Abschnitt der Strecke mit freiem Blick in die Weite der österreichischen Alpen!

So ganz ohne ist die Fahrt aber nicht. Bis zu 13% Steigung müssen überwunden werden und manche Kehre ist für große Fahrzeuge wie unseren Beni auch nicht so einfach, besonders bei Gegenverkehr (und das kann auch schon mal ein Reisebus sein…)

Aber dafür werden wir wirklich mit grandiosen Ausblicken belohnt.

Ein Traum!

Wieviel Strecke wir nach oben noch vor uns haben, können wir immer an den Schildern erkennen, die in den Kehren, die im Übrigen alle Namen haben, erkennen.

Und dann haben wir das Ende der Straße erreicht: den Parkplatz Christopherus auf  beeindruckenden 1815  Metern.

Ab hier geht es für uns nur noch zu Fuß weiter – erst einmal bis zum Berggasthof Steinerhaus mit seiner tollen Panorama-Terrasse, die ja wirklich einladend aussieht.

Doch noch haben wir uns keine Einkehr verdient, erst muss nochmal ein Stück gelaufen werden!

Viele Wanderwege führen von hier aus durch die traumhafte Alpenwelt des Kemetgebirges, dieses Teils des östlichen Dachsteinmassivs.

Wir wählen den wohl beliebtesten (und nicht zu anstrengenden): den Weg zum Friedenskircherl.

Wunderschön führt er an der Flanke des Berges entlang, sanft bergauf, mit traumhaftem Ausblick. Einfach nur herrlich!

 

An verschiedenen Stationen am Wegesrand wird an einen Mann erinnert, der wichtig für den Stoderzinken war:

Emil Ritter von Horstig d’Aubigny

Doch wer war das?

Ein Bergbaupionier, der ab 1892 das Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Steinkohlevorkommen am Stoderzinken besser zugänglich machen wollte und dazu den Berg mit Wegen (von Sträflingen erbaut!) erschließen ließ.

Ihm haben wir es also zu verdanken, dass wir heute dieses wunderbare Erlebnis haben dürfen!

Vorbei an anderen beachtenswerten Wegmarken

kommen wir schließlich zum (für mich zumindest) absoluten Highlight des Stoderzinken:

Dem Friedenskircherl

1902 wurde diese kleine Holzkapelle auf 1898 Metern Höhe von  Emil Ritter von Horstig d’Aubigny erbaut und sie schmiegt sich eng an den steilen Abgrund.

Für mich einer der schönsten Anblicke seit langem!

Der Innenraum ist geschlossen (ein Blick hinein geht aber durchs Fenster),

doch an einer Seite ist ein Bänkchen zum Niederlassen, ausruhen, Ausblick genießen und besinnen.

Und zum Glocke läuten (was übrigens jeder, der hier vorbeigeht, auch tut)

Wie friedlich und ruhig es hier ist! Und so hoch oben fühle ich mich weit weg von der Welt mit ihren Sorgen und Problemen! Tatsächlich fast wie im Himmel!

Schwer fällt es mir, mich von diesem wunderschönen Ort zu verabschieden!

Übrigens könnten wir von hier aus noch weiter zum Gipfel wandern oder auch einige Klettersteige gehen. Das ist aber für uns heute (auch wegen unseres Hunde-Opis Yoda) nicht machbar.

Auf dem Abstieg machen wir noch einen kleinen Umweg zu einer idyllischen Felsnische, Hier wurde dem steirischen Dichter Peter Rosegger ein Denkmal gebaut und es erinnert an seinen Besuch bei seinem Freund Emil Ritter von Horstig d’Aubigny 1902 hier am Stoderzinken .

Auf dem Rückweg fällt mir eine seltsame Holzkonstruktion am Hang auf, die ich auf dem Weg nach oben gar nicht gesehen hatte.

Ich brauche einen Moment, bis mir ein Licht aufgeht: der Stoderzinken wegen ja seiner idealen Thermik ist ein Hotspot für Paragleiter und das ist die Abflugrampe! Tatsächlich sehen wir heute auch ein paar Flieger durch die Luft gleiten!

Wieder zurück am Bergrestaurant müssen wir leider feststellen, dass unsere geplante Pause ausfallen muss, weil alle Tische auf der Panoramaterrasse besetzt sind. Wie schade!

Deshalb setzen wir uns in unseren „Beni“, fahren die 10 Kilometer wieder den Berg hinunter und genießen die wunderbaren Ausblicke unterwegs diesmal aus der anderen Perspektive.

Bis wir wieder im Tal ankommen, an der Ausfahrt der Mautstraße.

Und jetzt wird abgerechnet:

Tatsächlich: für Wohnmobile wird eine geradezu unglaubliche Maut von 140,00 € verlangt! Soll damit verhindert werden, dass zu viele große Fahrzeuge die teilweise wirklich schmale Straße befahren und damit gefährliche Situationen entstehen? Ich weiß nicht, welches die Hintergründe dieser beinahe utopischen Summe sind.

Immerhin: Wenn oben im Berggasthof etwas verzehrt wird, ermäßigt sich die Maut schon auf 25,00 €.

Aber es geht auch ganz ohne Kosten: Wenn man nämlich, so wie wir heute, die Schladming-Dachstein Sommercard hat.

Und die erhält man kostenlos, wenn man bei einem der beteiligten Sommercard-Gastgeber übernachtet.

So wie wir zum Beispiel auf dem

Campingplatz Zirngast

Dieser Platz liegt am Rand des bekannten Wintersportortes Schladming (knapp 20 Kilometer von Gröbming entfernt), der aber dank seiner vielfältigen Freizeitmöglichkeiten natürlich auch im Sommer einen Besuch wert ist.

Wir bekommen (ohne Reservierung) einen schönen Platz auf der gepflegten Wiese.

Die Sanitäranlagen sind, wie der gesamte Campingplatz, modern, super sauber und gepflegt.

Ein sehr gutes Restaurant gibt es hier auch. Wir sind vom Platz auch aber auch sehr schnell zu Fuß im Ort, wo es ein reichhaltiges Gastronomieangebot gibt.

 

Und direkt von hier aus gibt’s unzählige Möglichkeiten zum Wandern oder Mountainbiken.

Der perfekte Startpunkt für eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Action-Möglichkeiten!

Absolut empfehlenswert!

https://www.zirngast.at/camping-schladming/sommercamping/

Wir zahlen für die Übernachtung 42,00 €, was jetzt im ersten Moment vielleicht nicht wirklich günstig klingt.

Aber in diesem Übernachtungspreis ist eben auch die

Schladming-Dachstein Sommercard

 enthalten, die uns am An- und Abreisetag ein schier unendliches Angebot an kostenfreien Aktivitäten bietet. Wie eben zum Beispiel die kostenlose Fahrt auf der Panoramastraße Stoderzinken!

https://www.schladming-dachstein.at/de/Sommer/Sommercard

Eine tolle Sache!

Jetzt kommen wir aber doch noch zu unserer ersehnten Stärkung:

Direkt nachdem wir die Ausfahrt passieren (mit klopfendem Herzen wegen einer kleinen Restangst, dass aus irgendwelchen Gründen die Karte nicht funktionieren könnte und wir doch 140,00 € zahlen müssten), gönnen wir uns eine leckere Brettl-Jause – an der urigen Gröbmingalm.

Der perfekte Ausklang eines herrlichen Abenteuers, das ich jedem nur empfehlen kann!

 

Wer übrigens hier noch mehr Nervenkitzel erleben möchte, der kann direkt an der Einfahrt zur Mautstraße im Abenteuerpark Gröbming , dem größten Kletterpark Österreichs, mit atemberaubender Zipline (der größten Gleitflugbahn Europas) und Flying Coaster, Halt machen.

Anfahrt:

aus Deutschland über die A10 Tauernautobahn Richtung Süden bis zur Ausfahrt 63 Altenmarkt.

von dort die B 320 Richtung Radstadt über Schladming nach Gröbming ( 236 Kilometer ab München,  43 Kilometer ab Autobahnausfahrt Altenmarkt)

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