Meine Top 5 : Was Ihr auf Elba nicht verpassen solltet

Wie ein Fisch, der fröhlich durchs Mittelmeer schwimmt – so sieht die Insel Elba von oben betrachtet aus.

Türkisblaues Wasser, lange feine Sandstrände, duftende Macchia, dichter Pinienwald und Panoramastraßen durch die Berge mit atemberaubenden Ausblicken – für mich ist sie ein kleines Paradies und eines meiner absoluten Lieblingsreiseziele.

Sie ist nicht sehr groß (mit gerade einmal 224 Quadratkilometer etwa halb so groß wie der Bodensee) und bietet innerhalb kurzer Entfernungen alles, was ein Urlauberherz begehrt. Egal ob wandern, baden, mountainbiken oder einfach nur erholen – was immer man möchte, ist hier möglich. Und das inmitten einer traumhaften Landschaft!

Heute möchte ich euch meine Highlights von Elba vorstellen – Orte bzw. Unternehmungen, die ihr hier auf keinen Fall verpassen solltet:

1. Auf den Monte Capanne

Ok, der höchste Berg der Insel ist wahrscheinlich kein richtiger Geheimtipp. Aber auf jeden Fall ein Ausflug, den ihr auf Elba einmal unternehmen solltet.

Der erste Grund dafür ist der Weg hinauf auf den 1019 Meter hohen Gipfel:

Wer sich gern bewegt, für den gibt es mehrere Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, allesamt wunderschön durch die herrliche Landschaft.

Aus allen Himmelrichtungen kann man den Berg erwandern, die beliebtesten Wege starten in Poggio oder Marciana Alta.

Je nach Kondition braucht ihr auf diesen Wegen zwischen 1 ½ und 2 Stunden hinauf zum Gipfel.

Wem das aber zu anstrengend ist, kann auch von Marciana Alta aus die „Cabinovia“ nehmen.

Aber eigentlich solltet ihr die Seilbahn auf jeden Fall einmal nutzen, nicht nur aus Bequemlichkeit. Denn die Fahrt ist meiner Meinung nach absolut ein Erlebnis!

Höhenangst solltet ihr aber nicht haben, denn ihr steht hier, maximal zu zweit, in „Käfigen“ an der frischen Luft. 

Und während ihr langsam durch die Luft schwebt, habt ihr einen tollen freien Blick auf Marciana Alta und die Umgebung!

Oben angekommen, wird von der Bergstation nur noch ein kleines Stückchen hochgekraxelt, bis ihr auf dem Gipfel steht.

Und (Grund Nummer zwei, weshalb man unbedingt mal hier hochkommen sollte) einen absolut gigantischen Rund-um-Blick habt:

Über die Insel bis zur Hauptstadt Portoferraio

aber auch zu den Nachbarn:

Korsika

Pianosa

Monte Christo

Kein Wunder, denn der markante Gipfel des Monte Capanne steht so frei und majestätisch, dass er selbst von fast allen Ecken Elbas aus zu sehen ist.

Einfach genial! Das solltet Ihr wirklich nicht versäumen, wenn Ihr auf Elba seid.

Eine kleine Bar zum Stärken zwischendurch findet ihr neben der Bergstation der Cabinovia.

Mein Tipp: Nehmt am besten bergauf die Seilbahn und den Wanderweg zurück runter zum Parkplatz, dann habt ihr alles erlebt und auf dem gesamten Rückweg einen tollen Blick über die Insel!

2. Wrackschnorcheln

Das superklare Wasser um Elba herum ist ein Paradies zum tauchen und schnorcheln.

Und Wracktauchen gehört sicherlich zu einem der aufregendsten Abenteuer überhaupt.

Einem „einfachen“ Schnorchler bleibt ein solches Erlebnis oft verwehrt. Nicht so auf Elba!

Die Straße entlang der rauen Westküste Elbas ist landschaftlich eine der schönsten Touren auf der Insel: oberhalb der Steilküste mit herrlichen Ausblicken, dann wieder kurvig den Berg hinunter in kleine Ortschaften mit tollen Stränden.

Und eines dieser Örtchen ist Pomonte. Hier solltet Ihr auf jeden Fall stoppen und am Strand „Spiaggia Relitto“ eure Schnorchelausrüstung auspacken!

Denn nur wenige hundert Meter von Strand entfernt liegt hier das Wrack der „Elviscott“ in nur etwa 12 Metern Tiefe. Im Januar 1972 lief dieses italienische Frachtschiff auf einen Felsen vor Pomonte auf und sank. Zum Glück konnte sich die gesamte Besatzung retten, niemand kam zu Schaden. Ein Teil des Schiffes wurde zur Sicherheit der Badegäste am nahegelegenen Strand entfernt, aber der größte Teil des Wracks liegt noch immer da und ist in Laufe der Jahre zur neuen Heimat vieler Meeresbewohner geworden.

Und natürlich ein absoluter Tauch-Hotspot! Aber auch zum Schnorcheln einfach traumhaft, weil man wegen des klaren Wassers auch von der Oberfläche einen super Blick auf das Wrack und auf die vielen Fische, die sich hier sehr wohl fühlen, hat!

Um es zu erreichen, muss man schon ein paar hundert Meter durchs Meer schwimmen. Wer dazu keine Lust hat, kann sich auch am Strand ein Tretboot mieten, damit das Stückchen bis zum Felsen fahren und dort dann erst ins Wasser hüpfen.

Und eine Überraschung erleben!

So um die alte Kommandobrücke herum zu schnorcheln, finde ich schon ein wenig gruselig und ich fühle mich ein bisschen wie im „Titanic“-Film. Aber cool ist es auf jeden Fall!

Und für mich ein absolut außergewöhnliches Schnorchelerlebnis.

Und danach? Muss man sich natürlich stärken. Dazu empfehle ich euch, von Pomonte aus weiter Richtung Norden zu fahren. Nach nur etwa 7 Kilometer findet ihr auf der rechten Straßenseite das „Ristorante Bastia´s“, ein sehr freundlicher Familienbetrieb.

Dort könnt ihr wunderschön auf der überdachten Terrasse mit tollem Ausblick sitzen und wirklich sehr gutes italienisches Essen genießen!

https://www.ristorantebastias.it/

3. Capoliveri

Mein absolutes Lieblingsdörfchen auf Elba! Hoch oben (170 Meter über dem Meer) liegt es auf der Halbinsel Calamitá im Süden der Insel

Die Lage ist einfach idyllisch und die dicht an den Berg gedrängten Häuser und Gassen haben sich ihren mittelalterlichen Charme bewahrt. 

Den Ort gab es aber wohl schon lange vor dem Mittelalter, wahrscheinlich schon zur Zeit der Etrusker (ca. 500 v. Chr.).

„Caput Liberum“ hieß er früher. Ob dies wirklich die lateinische Übersetzung „freier Kopf“ bedeuten soll, darüber streiten sich bis heute die Gelehrten.

Weshalb es zur leichteren Verteidigung hoch auf dem Berg angesiedelt wurde, ist dagegen leicht zu verstehen. Denn es ist bis heute nicht ganz einfach, es zu erreichen.

Erst einmal müsst ihr über die kurvige Straße hinauffahren, euch dann in der Verkehrsführung um den Ortskern mit vielen verschlungenen Einbahnstraßen zurechtfinden und einen Parkplatz ergattern (was gerade im Hochsommer und abends manchmal nicht so leicht ist).

Habt ihr das geschafft, erwarten euch als Belohnung wunderschöne alte Gassen mit kleinen Lädchen, schnuckeligen Bars und leckeren Gelaterias. Besonders groß ist Capoliveri nicht, aber genau richtig, um sich nicht zu verlaufen und trotzdem einiges entdecken zu können.

Egal, von welchem Parkplatz ihr den Bummel startet, irgendwann erreicht ihr den höchsten Punkt des Örtchens, die Piazzetta Matteotti mit der wunderschönen Aussichtsterrasse.

Der Platz ist das Herzstück des Ortes. Besonders abends trifft sich hier alles, sowohl Einheimische als auch Touristen.

Egal ob auf der Piazzetta oder in einer der idyllischen Gassen: Kaffee trinken, einen Sundowner genießen, lecker essen gehen und einfach nur das italienische Lebensgefühl genießen – das alles geht hier in Capoliveri bestens!

 

Zuletzt verrate ich euch noch meine beiden Lieblingsplätze:

Da wäre zuerst der Aussichtspunkt am Ende der Via Roma mit einem fantastischen Blick und Kunstwerken des berühmtesten Künstlers der Insel: Italo Bolano.

1936 auf Elba geboren, ist er in erster Linie erfolgreicher expressionistischer Maler. Berühmt sind aber auch seine Dallas Glas und Stahlskulpturen, die sich auf Elba nicht nur in seinem Museum bei San Martino finden, sondern auch in einigen Orten der Insel auf öffentlichen Plätzen ausgestellt sind.

http://italobolano.com/note.htm

Für mich ist der perfekte Ort in Capoliveri für einen Sundowner die Bar „Il Cavatore“ in der Viale Italia.

Und hier in der Bar sind wir schon ganz nahe an meinem nächsten „Must-Do“:

4. Steine suchen am Monte Calamita

„Il Cavatore“ bedeutet „der Grubenarbeiter“. Dass es hier an dieser Stelle eine Bar mit diesem Namen gibt, ist kein Zufall. Denn ganz Elba und besonders die Halbinsel Calamitá, auf der Capoliveri liegt, hat eine große Bergbaugeschichte.

 

Elba ist steinreich und das seit Jahrtausenden! Bereits die Etrusker wussten von den enormen Mengen an Mineralien und Eisenoxiden, die hier in den Böden stecken, und begannen mit dem Abbau.

Bis 1981, also wahrscheinlich mehr als 2000 Jahre lang, wurde auf Elba in Bergwerken vor allem Eisenerz abgebaut und aufs Festland verschifft. Aus diesem Grund heißt die Hauptstadt Portoferraio – Eisenhafen (und der Zielhafen auf dem Festland Piombino – Blei)

Heute könnt ihr in einigen Orten auf der Insel noch die Reste der alten Bergwerke sehen z.B. in Rio Marina.

Die größten Vorkommen an Bodenschätzen gab es jedoch rund um den Monte Calamita im Südosten. Geradezu durchlöchert wurde die Halbinsel vom Bergbau!  Und auf die Spuren der alten Minen könnt ihr euch hier begeben.

Nehmt von Capoliveri aus die Via Luperini. Die ersten etwa zwei Kilometer ist die Straße noch asphaltiert, dann geht sie in eine gut mit dem PKW zu befahrende ungeteerte Piste über.

Nach etwa sechs Kilometern kommt ihr zum Eingang der alten Mine (aber lasst euch ruhig Zeit bis dahin, es gibt unterwegs einige wunderschöne ‚Aussichtspunkte).

 

Hier lasst ihr das Auto am besten stehen und wandert den Weg hinunter zum Spiaggia del Cannello.

Und haltet die Augen auf! Denn hier gibt es rechts und links vom Weg viel zu entdecken! Der Erdboden glitzert und leuchtet! Überall sind die Spuren der Mineralien zu finden:

Pyrit (gold-metallisch glänzend), Hämatit (dunkelrot-schwarz), Malachit (grün) und Azurit (blau) – die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, einen (oder mehrere) davon am Wegesrand oder am Strand zu finden.

Vergesst aber nicht, eure Badesachen mitzunehmen, denn am Ende des Weges wartet ein schöner einsamer Strand!

Hier ein Teil meiner Ausbeute:

Ihr könnt natürlich rund um den Monte Calamita auch ausführlichere Wanderungen unternehmen. Oder auch von Capoliveri aus die gesamte Halbinsel mit dem Mountainbike erkunden. Schaut doch gerne mal hier:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/elba/elba-von-capoliveri-um-den-monte-calamita/112623768/

https://www.capoliveribikepark.it/

https://www.mountainbike-magazin.de/touren/um-den-monte-calamita-tour-1/

Neugierig geworden? Ihr wollt mehr über die Mineralien Elbas wissen?  Richtige Exkursionen und Besichtigungen machen?

Das ist möglich:

In der alten Mine am Monte Calamita  https://minieredicalamita.it/

oder im Parco Minerario in Rio Marina http://parcominelba.it/

5. Camping Scaglieri

Ganz ehrlich? Besser geht es fast nicht: Unter den vielen Campingplätzen auf Elba ist Camping Scaglieri in der Bucht von Biodola unbestritten der mit der tollsten Lage.

Nur knapp 8 Kilometer von der Hauptstadt Portoferraio entfernt, sind wir ruckzuck nach der Fährankunft schon am Ziel. 

Der Platz ist mit allem ausgestattet, was man braucht: saubere Sanitäranlagen, einem Pool, einem kleinen Geschäft für Frühstücksbrötchen und anderen Kleinigkeiten und einem Restaurant.

 

Aber das wichtigste: Er wurde auf Terrassen am Hang angelegt und so hat jeder Stellplatz einen wunderbaren Blick auf die Bucht und das Meer.

Und mit einer solchen Aussicht morgens aufzuwachen und zu frühstücken, ist einfach genial!

Und nur eine Treppe trennt uns vom Meer und der Bucht von Biodola.

Der „Golfo di Biodola“ mit seinen drei Stränden „Spiaggia Biodola“, Spiaggia di Scaglieri“ und „Spiaggia del Forno“  gilt als eines der schönsten Eckchen auf der davon nicht gerade armen Insel.

Feinster Sandstrand, glasklares Wasser, herrlicher Blick – mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

Traumhafte Stunden kann man hier verbringen. Und gut versorgt wird man hier auch: Egal ob Snack, Cappuccino oder Aperol Spritz – die Auswahl in den verschiedenen Bars entlang des Strandes ist groß.

Unser Favorit: „Ristorante Da Luciano“ direkt unterhalb des Campingplatzes.  Von unserem Stellplatz aus hatten wir die Terrasse immer im Blick und konnten sehen, ob gerade ein schönes Plätzchen für uns frei ist.

Egal ob morgens zum Cappuccino

nachmittags zum Sundowner

oder auch zum leckeren Abendessen – hier kann man einfach wunschlos glücklich sein!

Und am Ende des Tages?

Sonnenuntergang in der Bucht von Biodola mit Blick auf den Monte Capanne – was braucht man mehr? Nichts!

https://campingscaglieri.it/de/home

Anreise:

Elba liegt im Toskanischen Archipel etwa 10 Kilometer vom Festland entfernt.

Anfahrt bis zum Fährhafen Piombino

  • entweder über den Brenner, Bologna, Florenz und Livorno (790 km ab München)
  • oder über die Schweiz, Mailand, Parma, Livorno (705 km ab Lindau am Bodensee)

Die Fährüberfahrt von Piombino nach Portoferraio dauert etwa eine Stunde.

Wir sind bisher immer mit Mobylines gefahren und haben nur gute Erfahrungen gemacht. Die Überfahrten haben wir bisher nie reserviert, sondern im Hafen von Piombino vor Ort die nächstmögliche Fähre gebucht. Länger als eine Stunde mussten wir bisher auf die Abfahrt nicht warten. Zur Hauptferienzeit kann die Wartezeit natürlich schon länger sein, dann ist eine Reservierung eventuell sinnvoller.

Wollt ihr eure Elba-Erfahrungen mit mir teilen? Oder habt Fragen dazu? Dann hinterlasst doch gerne einen Kommentar. Ich würde mich sehr darüber freuen.

 

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