Wie plane ich einen Roadtrip in den USA?

Sich ins Auto zusetzen und einfach scheinbar endlos bis zum Horizont fahren: Die USA sind für einen Roadtrip einfach ideal. Das Land ist riesig, es gibt unendlich vieles zu erkunden, die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten oft groß.

Hier, auf den teils schnurgeraden Straßen meilenweit durch atemberaubende Landschaften zu fahren, gibt einem das Gefühl, frei zu sein. Denn bei einem Roadtrip gilt das Sprichwort: Der Weg ist das Ziel!!

Aber auch wenn man auf einem Roadtrip unabhängig und flexibel sein möchte, sollte man sich doch über einige Punkte im Vorfeld Gedanken machen, um nicht zu viele unliebsame Überraschungen zu erleben.

 

1. Reisezeit

Wann Ihr einen Roadtrip unternehmt, müsst Ihr natürlich nach euren persönlichen Bedürfnissen ausrichten, doch solltet Ihr euch auch nach dem Reiseziel richten. Die USA sind riesig, die Landesteile liegen daher in unterschiedlichen Klimazonen und das Wetter variiert schon sehr. Ein Trip z.B. nach  Arizona im August kann bei bis zu 50 Grad Celsius schon sehr unangenehm  und nicht gerade erholsam sein, im Februar/März dagegen wunderbar,  um dem deutschen Schmuddelwinter zu entfliehen und  die Kakteenblüte zu erleben (unsere Lieblingszeit!)

 

Habt ihr euren Reisezeitpunkt gewählt, solltet Ihr auf jeden Fall prüfen, ob in den USA dort gerade ein Feiertag ist. Denn die Amerikaner nutzen Feiertage und die daraus resultierenden lange Wochenenden sehr gern für Ausflüge und Reisen. Das bedeutet, dass dann das halbe Land unterwegs ist, Attraktionen wie Nationalparks überfüllt und gerade Campingplätze oft ausgebucht sind  (Wir waren einmal am Presidents Day-Wochenende im Raum San Diego unterwegs und suchten fast drei Stunden eine Übernachtungsmöglichkeit mit dem Camper! Das kann die Urlaubsstimmung ziemlich drücken, besonders, wenn man abends müde ist)

Die wichtigsten Feiertage in den USA:

  • Presidents Day (Geburtstag von George Washington): dritter Montag im Februar
  • Ostern (wie in Deutschland)
  • Memorial Day (Gedenktag zu Ehren der im Krieg für das Vaterland Gefallenen):  letzter Montag im Mai
  • 4. Juli (Unabhängigkeitstag)
  • Labor Day (Tag der Arbeit): erster Montag im September
  • Thanksgiving (Erntedank) : vierter Donnerstag im November
  • Weihnachten und Neujahr: wie in Deutschland

Auch haben die meisten Bundesstaaten und viele Städte und Gemeinden noch zusätzlich eigene Feiertage.

https://www.timeanddate.de/feiertage/usa

Falls Ihr in der Zeit von Februar bis April reisen möchte, solltet ihr auch beachten, dass die meisten Universitäten in dieser Zeit Spring-Break, also Frühlingsferien, haben und dann besonders viele Studenten unterwegs sind.

2. Reiseart

Man kann einen Roadtrip auf unterschiedliche Weise unternehmen: als Campingtrip oder mit dem Mietwagen (oder gar mit Mietmotorrad) und Hotelübernachtungen. Das hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben ab.

Wir bevorzugen die Tour mit dem Camper, nicht nur, weil wir seit vielen Jahren auch in Europa Campingurlaub machen. 

Für uns hat es außerdem hauptsächlich zwei Gründe:

  • Spontan ohne Reservierung ein Motel- oder Hotelzimmer zu finden, ist erheblich anstrengender (herumtelefonieren oder Hotels anfahren?) als einen Stellplatz auf einem Campingplatz zu bekommen.  Man könnte natürlich die Hotelzimmer auch im Vorfeld reservieren, was stressfreier wäre, aber die Spontaneität eines Roadtrips ist dann auf jeden Fall deutlich geringer.
  • Campgrounds liegen meist viel idyllischer in der Landschaft als ein Hotel am Straßenrand. Und ganz ehrlich: auf einem Campingplatz in der Wüste bei Lagerfeuer dem Koyotengeheul zuzuhören, ist ein Erlebnis, das man im Hotelzimmer normalerweise nicht hat.

 

Möchte man einen Camper (in USA: RV =Recreation Vehicle) mieten, gibt’s natürlich auch hier unterschiedliche Optionen:

 

  • Ein Wohnmobil (Motorhome) mit Nasszelle gibt’s in unterschiedlichen Größen, je nachdem, wie viele Mitreisende es sind und wieviel Platz man haben möchte.

Die bekanntesten Wohnmobilvermieter in Nordamerika:

https://www.cruiseamerica.com

https://www.elmonterv.com

http://www.roadbearrv.com

  • Ein Campervan ist kleiner als ein Motorhome und ohne Nasszelle. Er ist auf Basis eines Lieferwagens gebaut und wird meist auch in verschiedenen Größen angeboten.

 

Wir haben die letzten Roadtrips in einem Ford Maverick Campervan von Escape Campervans  unternommen. Wenn man nur zu zweit unterwegs ist, genügt (zumindest uns) der Platz allemal zum Schlafen.  Der Vorteil ist, dass er sich aufgrund seiner Größe angenehm fahren lässt, langes Herumrangieren wie bei größeren Wohnmobilen ist nicht notwendig. Allerdings hat er keine Nasszelle, was uns persönlich nicht stört. Denn Toiletten gibt es in den USA in jedem National- oder State Park zu Genüge und unterwegs kann man nach unserer Erfahrung  an jeder Tankstelle meist sehr saubere Toiletten benutzen. Und geduscht wird auf dem Campingplatz!

https://www.escapecampervans.com/

Mit Escape Campervans haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Die  Camper sind individuell lackiert und haben Namen (wir waren schon mit Bubbles und Otter unterwegs), was den Trip natürlich noch individueller macht.  Die Autos sind robust und bei der Übernahme sauber .  Mit dem Service von Escape Campervans, sowohl im Vorfeld bei der Buchung als auch direkt vor Ort, waren wir sehr zufrieden.

  • Eine noch kleinere und damit wendigere Variante, auf Basis eines Minivans sind die Camper von

https://www.jucyusa.com/

Sie bieten sich besonders an, wenn man größere Städte bereisen oder sehr kurvige Straßen fahren möchte, der Platz jedoch beengter als in einem Wohnmobil.

Sowohl Escape Campervans als auch Jucy bieten die Modelle (zumindest zu bestimmten Jahreszeiten ) auch mit Dachzelten an.

 
 
  • Natürlich kann man das Ganze, wenn man möchte, auch mit Mietwagen und Zelt unternehmen.

3. Startpunkt

 

 

Roadtrips kann man von jedem Punkt der USA starten. Wenn man aus Deutschland kommt, bietet sich natürlich die Stadt an, in der man mit dem Flugzeug landet. In jeder größeren Stadt gibt es Vermietstationen für Mietwägen oder Wohnmobile. Es hängt natürlich davon ab, was ihr Euch in den USA anschauen wollt.

 

Für den klassischen  Trip durch den Südwesten der USA (Kalifornien, Arizona, Utah) ist Las Vegas als Ausgangspunkt für uns aus einigen Gründen ideal:

  • Nach Las Vegas gibt es von Deutschland aus Direktflüge z.B. mit Condor ab Frankfurt. Wir bevorzugen Direktflüge, da sie einfach zeitsparender und bequemer sind

Wenn man einen Umsteigeflug zum Zielort in den USA wählt, sollte man auf jeden Fall folgendes beachten:

Die nach dem 11. September 2001 eingeführten umfangreichen Einreisekontrollen in die USA (Immigration)  finden an dem Flughafen statt, an dem man erstmals US-amerikanischen  Boden betritt. Wenn man also einen Zwischenstopp in den USA hat, sollte man genug Aufenthalt einplanen, um  nicht in Zeitdruck zum Weiterflug zu geraten. Je größer der Flughafen (und damit die Zahl der ankommenden Fluggäste), desto länger dauert es. Einen Zwischenstopp von  mindestens drei Stunden sollte man meiner Meinung nach schon einkalkulieren.

In Las Vegas ist bei unseren Ankünften bisher die Immigration immer sehr zügig und ohne große Wartezeiten erfolgt, im Gegensatz zum weit größeren Flughafen von Los Angeles.

  • Da es sich empfiehlt, das Wohnmobil erst am nächsten Tag zu übernehmen (einige Vermieter schreiben nach einem Interkontinentalflug eine Übernachtung vor Fahrzeugübernehme sogar vor), sollte man die erste Übernachtung in den USA im Hotel verbringen. Las Vegas bietet sich für dafür an, weil es ja hauptsächlich an den Wochenenden von den Zockern und Gamblern besucht wird und deshalb an den Wochentagen Sonntag bis Donnerstag Hotelübernachtungen meist recht günstig sind. Außerdem ist Las Vegas eine relativ überschaubare Stadt. Der Flughafen ist nah an der Stadt und die meisten Hotels befinden sich in der Nähe der klassischen Sehenswürdigkeit, dem Las Vegas Boulevard „The Strip“,  und  so ist man nach Ankunft ohne lange Wege schnell mittendrin.

4. Buchen

Wir buchen inzwischen unsere Reisen direkt bei der Fluggesellschaft bzw. dem Wohnmobilvermieter. Die meisten Wohnmobilvermieter in den USA bieten ihre Internetbuchung auch mit einer deutschsprachigen Seite an, was den ganzen Buchungsvorgang recht einfach macht.

Hotelbuchungen kann man natürlich über die klassischen Buchungsportale wie z.B.

http://www.booking.com

vornehmen. Gute Erfahrungen habe ich mit 

http://www.ebookers.de

gemacht.

Wer keine Lust oder Zeit hat, sich selbst um die Buchungen zu kümmern, dem kann ich 

http://www.canusa.de/

empfehlen. Es ist ein Reisevermittler in Frankfurt, der sich auf Reisen in die USA und Kanada spezialisiert hat und ganze Pakete (Flug und Wohnmobil) zur Buchung anbietet.

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