Zwischen UNESCO-Welterbe, Bier und Regnitz – auf der Camping-Insel in Bamberg


Nicht weit von zuhause verbringen wir ein herrliches Camping-Wochenende am Wasser in der wunderschönen Bier- und Welterbe-Stadt Bamberg. Was uns der Campingplatz „Camping-Insel“ so geboten hat und was wir dort unternommen haben, erfahrt ihr jetzt:

Camping-Insel

so nennt sich der Stadt-Campingplatz in Bamberg.
Er liegt etwa 5 Kilometer südlich der Bamberger Altstadt im Stadtteil Bug.

Auch wenn bei der Anfahrt die großen Hinweisschilder ein wenig fürchten lassen, dass es sich um einen streng organisierten und reglementierten Platz handelt, sind der Chef am Empfang und alle Mitarbeiter sehr freundlich und hilfsbereit.

Beim Einchecken erhalten wir viele nützliche Informationen über den Platz und die Umgebung.

Die Stellplätze sind recht unterschiedlich. 

Wunderschön sind die Plätze direkt an der Regnitz. Es gibt „normale“ Stellplätze und etwas kleinere (und ein wenig preisgünstigere) „Bulliplätze“, also für kleinere Camper. Wir konnten einen solchen Wasserplatz ergattern und fanden ihn wirklich toll.


Die übrigen Stellplätze sind abseits des Flusses auf großen Wiesen. Man steht hier nebeneinander ohne Unterteilung z.B. durch Hecken. Teilweise ist die Anordnung der Fahrzeuge vorgeschrieben, teilweise kann man sich selbst entscheiden, wie man sein Camping-Gefährt platziert.

Manche Plätze im hinteren Bereich sind nur durch ein paar Bäume von der Straße abgetrennt, was durchaus, besonders an den Wochenenden, ein wenig laut sein kann.

Für Zelte gibt es schöne Plätze direkt am Fluss.

Die Sanitäranlagen


sind recht neu und sehr sauber. Die Duschen sind (wie auch die Sanitärgebäude selbst) barrierefrei und jeweils in einem Raum mit einem Waschbecken.

 Diese räumliche Großzügigkeit geht allerdings zu Lasten der Anzahl der Duschen – im Sanitärgebäude 1 gibt es daher nur 4 Duschen im Damenbereich, weshalb es morgens leicht zu einem „Stau“ kommt.
Im Sanitärgebäude 3 könnte man sich auch ein Privatbad mieten.

Services

Strom ist nicht im Stellplatzpreis enthalten, sondern kostet zusätzliche Tagespauschalen (siehe Preisliste unten)
An jeder Stromsäule ist auch eine Wasserentnahme. An einigen zentralen Stellen, jeweils nicht weit von den Stellplätzen entfernt, gibt es kleine Entsorgungsstellen für Chemie-Toiletten und Grauwasser. 

Eine große Ver- und Entsorgung befindet sich an der Ein- bzw. Ausfahrt.

Kostenloses WLAN ist im Preis inbegriffen.

Lebensmittel und Gastronomie:

In der Rezeption gibt es einen kleinen Laden, in dem die wichtigsten Lebensmittel erhältlich sind. Auch regionale Spezialitäten wie z.B. Bier könnten wir hier kaufen.

Zum Campingplatz gehört die Gaststätte „Hofmanns-Klause“. 

Hier kann man auf der schönen Terrasse an der Regnitz vor allem fränkische Spezialitäten wie z.B. Schäuferla und Brotzeiten, aber auch Pizza genießen. Wir haben hier einmal gegessen und fanden es recht gut.

Preis

Wir haben zu zweit pro Nacht 42,00 € gezahlt.
Hier die aktuelle Preisliste

Info:

Lage:

Die Lage des Platzes ist meiner Meinung nach absolut super. Direkt am Fluss Regnitz gelegen, gibt es hier die Möglichkeit, über einen Steg mit SUP oder Kanu gleich ins Wasser zu kommen. 

Außerdem hat man von den Wasserplätzen und der Restaurantterrasse einen herrlichen Blick.

Der Platz liegt etwa 5 Kilometer südlich der Bamberger Altstadt. 

Eine Bushaltestelle ist direkt vor dem Campingplatzeingang, die Info zu den Busverbindungen bekommt ihr gleich beim Einchecken.

Ihr erreicht die Stadt aber auch sehr schnell per Fahrrad. 

Nach ein paar hundert Metern entlang der Straße könnt ihr im wunderschönen Hainpark (einem der ältesten Bürgerparks Deutschland) idyllisch ohne Straßenverkehr bis zur Mühlbrücke, also fast bis in die Innenstadt radeln (Entfernung bis in die Innenstadt etwa 5 Kilometer)

Im Park findet ihr auch die Hainbadestelle und einen Tretbootverleih. Die idyllischen Plätzchen entlang der Regnitz laden viele Bamberger im Sommer zum Baden ein.

Bamberg

gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Und das meiner Meinung nach zurecht. Ich kenne die alte Bischofsstadt bereits seit meiner Kindheit, wohnen wir doch nur etwa 60 Kilometer entfernt. Auch einen Teil meines Studiums habe ich hier verbracht (das allerdings schon vor über 40 Jahren!).
Mich zieht es aber immer wieder hierher, manchmal nur auf einen Nachmittagsausflug, manchmal, so wie diesmal, übers Wochenende.


Zu entdecken gibt es hier, in der mehr als 1000 Jahren alten Bischofs- und Universitätsstadt (derzeit etwa 77.000 Einwohner) viel.

Die Altstadt am Wasser


mit dem berühmten Rathaus und den malerischen Schleusen und Mühlen.

Entlang der Regnitz liegt auch die wunderschöne Häuserzeile „Klein-Venedig“. Vielleicht habt ihr Glück und seht sogar einen der Bamberger Gondoliere dort schippern.

Die Altstadt ist seit Jahrhunderten fast unverändert und deshalb seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Bergstadt mit Dom, alter Hofhaltung und Residenz mit Rosengarten

Der mittelalterliche Dom mit dem geheimnisvollen „Bamberger Reiter“ (von dem man bis heute nicht weiß, wen er darstellen soll und der bei seiner Entstehung um 1230 das erste Reiterstandbild in einer Kirche und das erste freistehende Reiterstandbild seit der Antike überhaupt war), 

der Grablege der berühmtesten Bamberger, des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde (die uns in Bamberg auf Schritt und Tritt begegnen) 

und des einzigen Papstgrabes nördlich der Alpen, nämlich von Papst Clemens II (1046 zum Papst gewählt) zeigt, dass Bamberg im Mittelalter eine der wichtigsten Städte Deutschlands und Europas war!

Die alte Hofhaltung war schon Drehort von Filmen wie „Die drei Musketiere“ und „Das Sams“.

Die Residenz mit dem wunderschönen Rosengarten, von dem aus man einen schönen Blick hinunter in die Stadt hat.

Die Bierstadt

Schon im Mittelalter wurde in Bamberg Bier gebraut, zeitweise gab es über 60 Brauereien. In und um Bamberg werden heute noch jede Menge verschiedenen Bierwanderungen angeboten, die schon viele brummende Schädel zurückgelassen haben.

In der Stadt direkt könnt ihr etliche Gasthäuser und Bierkeller (Sommerbiergärten, die im Zusammenhang mit den kühlen Lagerräumen der Brauereine meist in den Berghängen am Stadtrand entstanden sind) besuchen, wie z.B. die Brauereigaststätte Spezial Bräu oder das Mahr´s Bräu besuchen und dabei neben dem Bier auch viele fränkische Essenspezialitäten probieren.

Wahrscheinlich die bekannteste Lokalität in der Bamberger Innenstadt ist das „Schlenkerla“, in dem das einzigartige dunkle Rauchbier ausgeschenkt wird.

Übrigens ist es hier durchaus üblich, sich nicht in die Gasträume zu setzen, sondern sich am Ausschank ein „Seidla“(0,5 l Bier) zu holen und draußen in der Gasse zu trinken.

Deshalb sind besonders bei schönem Wetter die Gassen der Bamberger Innenstadt, besonders die „Partymeile“ Sandstraße von Menschen geradezu überflutet, egal ob Einheimische, Touristen aus aller Welt oder die vielen Bamberger Studenten. 

Das ist typisch Bamberg!
Hier ist immer was los!

Einige besondere Veranstaltungen, für die sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt (auch wenn die Stadt dann ganz besonders voll ist), sind die „Sandkerwa“ im August, ein vor allem bierseliges Volksfest in den Gassen des Altstadtviertels „Am Sand“

https://www.sandkerwa.de/

das Festival „Bamberg zaubert“ (meist am letzten Juliwochenende), bei dem in den Gassen der Stadt Magier, Jongleure, Clowns und Akrobaten internationaler Klasse auftreten

https://www.bamberg-zaubert.de/

und das
Blues- und Jazzfestival Anfang August mit jeder Menge hochkarätigen kostenlosen Konzerten!

https://www.sparda-festival.de/

Ihr seht – Bamberg ist in vieler Hinsicht einen Besuch wert!
Auch wir radeln an diesem Wochenende vom Campingplatz in die Stadt und genießen den Trubel!

Radtour zu den „Kellern“

Ihr habt genug von engen Gassen mit vielen Menschen?

Dann macht´s wie wir und unternehmt vom Campingplatz aus eine Radtour durch die schöne fränkische Landschaft! 

Am Ortsrand von Bug beginnt nur wenige hundert Meter vom Campingplatz entfernt ein wunderschönes Naturschutzgebiet: das Naturwaldreservat Wolfsruhe mit dem Wandergebiet Bruderwald.

Herrlich ruhig könnt ihr hier durch den Wald radeln (oder natürlich auch wandern, wenn ihr möchtet).

Am Ende des Waldes erreichen wir den Ort Pettstadt. Hier  gibt´s für uns eine erste Stärkung in einem der bekannten urigen Bierkeller Oberfrankens, dem

Schrauder-Keller

„Keller“ ist übrigens besonders in Oberfranken die Bezeichnung für Biergärten, die traditionell im Zusammenhang mit der Kühlung von Bier in unterirdischen Kellern von Brauereien entstanden sind. Um diese extra kühl zu halten, wurden darüber oft Bäume gepflanzt, die sich dann als Kulisse für Sommergastwirtschaften anboten.

Doch das ist heute nicht unser einziges „Keller-Ziel“. Etwa 4 Kilometer weiter kommen wir zu einem unserer liebsten Ausflugsziele der Gegend, dem

Schmausenkeller

Er ist die Gastwirtschaft der Brauerei Müller in Reundorf und liegt wunderschön am Waldrand mit Blick in die weite Landschaft!

Und natürlich mit allem Guten für Leib und Seele!

Campertipp Schmausenkeller

Kleiner Tipp für alle Camper: auf dem dazugehörigen Parkplatz dürft ihr kostenlos übernachten, wenn ihr an der Essensausgabe euer KFZ-Kennzeichen angebt und natürlich dort auch etwas esst und trinkt.

Gut gestärkt radeln wir wieder zurück. 

Nach Pettstadt wartet noch ein kleines Abenteuer auf uns: wir überqueren die Regnitz auf einer Fähre  (Kosten pro Person 2,00 €)

Herrlich idyllisch!

Zwischen Regnitz und Main-Donau-Kanal fahren wir durch die Getreide- und Sonnenblumenfelder zurück zum Campingplatz.

Etwa 20 Kilometer lang war diese Tour. Ihr könnt natürlich vom Campingplatz aus noch viele andere (längere oder kürzere) Radtouren unternehmen. Oder natürlich auch wandern!

Wir legen jetzt aber nach getaner Arbeit die Füße hoch, sitzen vor unserem Camper und genießen den Blick auf die Regnitz. Herrlich!

Fazit:

Unser Camping-Wochenende in Bamberg war für uns perfekt. Ein toller Stellplatz auf einem gepflegten Campingplatz und jede Menge interessanter Ausflugsmöglichkeiten. Das ist ganz nach unserem Geschmack und von uns sehr zu empfehlen!

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